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Rückschau: Werkstatt Wissenschaft Wirtschaft: Böden als CO₂-Speicher

Werkstatt Wissenschaft Wirtschaft: Böden als CO₂-Speicher

Thorsten Liliental, Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rendsburg-Eckernförde begrüßte am 23. September 2021, rund 40 Teilnehmer*innen aus der Wirtschaft und Wissenschaft zur Werkstatt Wissenschaft Wirtschaft zum Thema fruchtbare Böden und Pflanzenkohle und führte die Teilnehmer*innen durch die Veranstaltung. Ziel der Veranstaltungsreihe ist, den Austausch zwischen Hochschulen, Unternehmen und weiteren Akteuren im Land aus den Bereichen der Pflanzenkohle-Technologie, der Sektorenkopplung wie auch die Energietische und stofflichen Nutzung aus Biomasse unterstützen und zu fördern und diese zu vernetzen.
Ein gesunder Boden, reich an organischen Abbauprodukten und Mikro-Organismen nimmt für das Ökosystem und für den Klimaschutz eine tragende Rolle ein. Sein Potenzial als CO₂-Speicher wurde in dieser Fachveranstaltung der Reihe „Werkstatt Wissenschaft Wirtschaft“ am 23. September 2021 ab 14 Uhr auf dem „Grünen Campus“ in Osterrönfeld diskutiert.

Dr. Anna-Catharina Wollmer vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein (MELUND) betonte in Ihrem Statement, dass die Böden weltweit der größte terrestrische Speicher für organischen Kohlenstoffe sind. Darüber hinaus weist Pflanzenkohle eine hohe Stabilität im Boden auf und könnte damit zum Dauerhumus beitragen. Um die CO₂-speichernden Eigenschaften von Böden zu verbessern fördert das schleswig-holsteinische Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) Programme zur Wiedervernässung von Mooren und zur Umwandlung von Ackerland in Grünland.

Prof. Dr. Conrad Wiermann vom Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Kiel erläuterte die Bedeutung von Kohlenstoffspeichern in Böden, sowie ihre Möglichkeiten und Grenzen der zusätzlichen Kohlenstoff-speicherung in landwirtschaftlich genutzten Böden. Humus ist als natürlicher Kohlenstoffspeicher der terrestrischen Ökosysteme zu erhalten (Speicherfunktion) und sein Aufbau im Boden zu fördern (Senkenfunktion). Maßnahmen für den Erhalt von Bodenkohlenstoffvorräte ist die Rückumwandlung von Ackerland in Grünland, die Nutzung von konservierende Bodenbearbeitungssysteme und die organische Düngung der landwirtschaftlichen Flächen mit Zwischenfrüchten. Besonders die Wiedervernässung von Mooren leistet einen erheblichen Beitrag zur Kohlenstoffspeicherung in Böden.

Kai Alberding von der Firma CARBO-Force GmbH berichtete, wie sich organische Reststoffe energieliefernd in Biokohle bzw. Pflanzenkohle (Biochar) umwandeln lassen und zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit eingesetzt werden können.

Kuntze, CARBO-Force GmbH | © Clorius, ee.sh

Anschließend lud die Firma CARBO-Force GmbH zur Besichtigung ihrer Anlagen auf dem Gelände der Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde in Borgstedtfelde ein.
Die Carbonisierung in der Carbo-FORCE-Anlage ist wirtschaftlicher und effektiver als die herkömmliche Pyrolyse-Technik und ökologisch-ökonomisch besser als die Holzverbrennung. Die aus organischen Reststoffen produzierte Biochar ist ein Teil des Outputs der Carbo-FORCE-Anlage, darüber hinaus können im Umwandlungsprozess zusätzlich Energieträger gewonnen werden. Die Carbo-FORCE-Anlage reduziert den CO₂-Ausstoß, indem das Treibhausgas in der Biochar dauerhaft gebunden wird.

 

 

Veranstaltet wird die Reihe Werkstatt Wissenschaft Wirtschaft von dem Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EEK.SH), der Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH), der Kieler Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklungs GmbH (KiWi), der Wirtschaftsförderungsagentur Kreis Plön (WFA) sowie der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Rendsburg-Eckernförde mbH & Co. KG. Kooperationspartner dieser Veranstaltung ist die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH).

 

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