Bioökonomie in Niedersachsen und Schleswig-Holstein

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Innovationen und Anwendung für die Praxis

Veranstaltung 1: Paludikultur

Natürliche bzw. naturnahe Moore sind Senken für Kohlenstoff und Stickstoff durch langfristige Festlegung in den wachsenden Torfschichten. Damit haben diese Ökosysteme auch eine Funktion im globalen Treibhausgasaustausch. Während intakte Moore in der Gesamtbilanz ungefähr klimaneutral sind, stellen entwässerte Moore eine bedeutende Treibhausgasquelle dar. Laut Umweltbundesamt werden jährlich durch Entwässerung und Bewirtschaftung organischer Böden ungefähr 47 Mio. t CO2-Äquivalente deutschlandweit emittiert. Ungefähr 80 % dieser Emissionen stammen aus landwirtschaftlich genutzten organischen Böden.
Bei der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung nasser und vernässter organischer Böden, der Paludikultur, wird aufwachsende oder angebaute oberirdische Biomasse als nachwachsender Rohstoff genutzt, nicht aber die unterirdischen Pflanzenteile. Paludikultur stellt somit eine nachhaltige und emissionsmindernde Nutzungsform der Moorböden dar. Gleichzeitig stehen regional nachwachsende Rohstoffe für die Herstellung von Produkten oder für energetische Zwecke zur Verfügung und fossile Rohstoffe werden ersetzt. In Zukunft müssen gemeinsam mit den relevanten Akteuren neue Wertschöpfungsketten entwickelt werden. Durch den Anbau können weitere Ökosystemleistungen erbracht werden, wie z.B. der Schutz des Grund- und Oberflächenwassers, die Verbesserung des Lokalklimas sowie die Förderung der Biodiversität. Je nach Moorbodentyp gibt es geeignete Feuchtgebietspflanzen. Dies sind in Hochmooren Torfmoose und in Niedermooren z.B. Schilf oder Rohrkolben.

 

Mit der Veranstaltungsreihe „Bioökonomie in Niedersachsen und Schleswig-Holstein“ möchten wir, das Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien und Klimaschutz Schleswig-Holstein und das 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e.V., die Unterthemen der Bioökonomie in Schleswig-Holstein und Niedersachsen stärker sichtbar machen und Akteur*innen in diesem Feld eine Plattform bieten, um die Vernetzung mit Kompetenz- und Kooperationspartnern aus
Wissenschaft und Wirtschaft zu unterstützen und einen Wissensaustausch zu fördern.

Verschiedene Förderprograme stehen zur Unterstützung der Umsetzung zur Verfügung. Mit dem aktuellen Förderaufruf „Moorbodenschutz über die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen aus der Paludikultur“ der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe werden innovative und praxistaugliche FuE-Vorhaben zu Nutzungskonzepten von Produktketten von Paludikulturen gefördert.

Programm

10:00 Uhr Technische Einführung

10:10 Uhr Begrüßung
Dr. Marie-Luise Rottmann-Meyer | 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e.V.
Dr. Wolfgang Bonn | Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EEK.SH)

10:20 Uhr Flächen- und Potenzialanalyse zur Paludikultur Niedersachsen
Dr. Colja Beyer | 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e.V.

10:40 Uhr Potenziale und Restriktionen für die Etablierung von Paludikulturen
PD Dr. Michael Trepel | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung/Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

11:00 Uhr Förderaufruf „Moorbodenschutz über die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen aus der Paludikultur“
Merten Christian Minke | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

11:20 Uhr KliMo-Projekt „Produktketten aus Niedermoorbiomasse“
Dr. Colja Beyer | 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e.V.

11:40 Uhr Moor- und Klimaschutz (MoKli) auf bewirtschafteten Moorböden am Beispiel der Miele- und Windberger Niederung
Matthias Reimers | Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen / Bündnis Naturschutz in Dithmarschen e.V.

12:00 Uhr Fragerunde

13:00 Uhr Workshops

Workshop 1 Nachhaltige Produktion nachwachsen der Rohstoffe durch Paludikultur

Workshop 2 Verwertung nachwachsender Rohstoffe mittels Paludikultur

14:00 Uhr Abschlussrunde

Anmeldung bis Dienstag, den 02. Februar 2021

Sie erhalten einen Link zu dem Online-Seminar Tool per E-Mail nach erfolgter Anmeldung. Die Teilnahme an dem Online-Seminar ist für Sie kostenfrei.

Hier kommen Sie zur Anmeldung.

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